Sonntag, 15. Oktober 2017

Das Fundament der Ewigkeit von Ken Follett


Das Fundament der Ewigkeit, Ken Follett
Lübbe, 1156 Seiten

Klappentext

1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe ... nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen - koste es, was es wolle.

Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen....


Meine Meinung

Nach Die Säulen der Erde und Die Tore der Welt der dritte Roman von Ken Follett aus der fiktiven Stadt Kingsbridge in England.
Ich lese nicht sehr viele historische Romane, da ich mich in der Hinsicht nicht sehr Geschichtsorientiert halte. Es sei denn ihr Autor ist Ken Follett, dann verschlinge ich diese geradezu :-) Daher freue ich mich, dass ich vom Verlag ein Rezensionsexemplar erhalten durfte.
Der Autor hat einen flüssigen und gut lesbaren Schreibstil der dafür sorgt, dass einem auch auf über 1100 Seite keine Minute langweilig wird. So ist für mich Geschichtswissen locker und leicht verpackt und macht Spaß, auch wenn sie unbestreitbar ihre Längen hat.

Zunächst lernen wir Ned und Margery und deren Familien kennen, schnell kommen jedoch nach und nach noch andere Charaktere in unterschiedlichen Städten und Ländern hinzu, die sich irgendwann miteinander verbinden.
In erster Linie geht es um den Glauben, Katholiken vs. Protestanten, ein Glaubenskrieg den wir uns heute einerseits gar nicht mehr vorstellen können, der andererseits aber auch wieder so nah ist wie lange nicht mehr.
Und Ned, der quasi mithilft so etwas wie den ersten Geheimdienst der Welt aufzubauen.

Mein persönlicher Lieblingscharakter ist jedoch die Protestantin Sylvie, der übel mitgespielt wird und die ich für ihren Mut bewundere, etwas, das für die Frauen in der Zeit sicher etwas eher ungewöhnliches war. 
Leider kennt Ken Follett aber auch nur schwarz und weiß, ich hätte mir gewünscht, dass einige seiner Charaktere eine, zumindest kleine, Wandlung vollziehen und ich überrascht werde. Auf diese habe ich jedoch die ganze Zeit gewartet. Die Handlung blieb daher weitestgehend vorhersehbar und hatte keinen Aha-Moment für mich. Diesen erwarte ich bei seinen historischen Romanen allerdings auch nicht wirklich.

Daher, so flüssig Ken Follett schreibt und so viel Spaß es auch macht von ihm Geschichtswissen in einer guten Story aufbereitet zu bekommen, Spannung mag in Das Fundament der Ewigkeit leider so gar keine aufkommen. Die Geschichte plätschert eher vor sich her, das aber so gut, dass ich zu keiner Zeit Lust hatte das Buch aus der Hand zu legen. Die Seiten flogen für solch einen "dicken Schinken" quasi dahin. Und das mag ich an Ken Follett so. Und das muss ein Autor erst mal schaffen!

Daher gebe ich insgesamt 4 von 5 Sternen für gewohnt gute Unterhaltung.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Mein Buchmonat September 2017

Der September sollte ein ganz toller Lesemonat werden und dann kam ich doch wieder zu fast gar nichts :-(
Mehr noch, der September ist der schlechteste Lesemonat seit Beginn meiner Aufzeichnungen geworden (2008). Las ich früher rund 10 Bücher pro Monat, sind Monate mit 4-5 Büchern schon schlecht.
Im September 2017 habe ich dagegen sage und schreibe 2 Bücher beendet :-( ZWEI :-(
Und das lag nicht etwa daran, dass ich eine Leseflaute gehabt hätte, ich hatte schlicht und einfach keine Zeit zu lesen und war abends zu müde um mehr als ein paar wenige Zeilen aufzunehmen. Für mich ein ganz schlimmer Zustand, schlimmer als jede Leseflaute (die ich so auch nicht kenne).

Dementsprechend gab es diesen Monat auch fast keine Neuzugänge, was meinen SUB natürlich freut.
Ich war auf einem Seminar in Münster und habe bei meiner Besichtigung der Stadt natürlich auch vor einer Buchhandlung nicht halt machen können.
Mit an die Kasse kam mein erster Fitzek, aber bei dem Preis für ein Hardcover konnte ich einfach nicht nein sagen.


Ebenfalls eingezogen ist ein Buch über das ich mich sehr gefreut habe, auch wenn ich fast befürchte, dass ich durch die über 1000 Seiten im Oktober nur ein Buch lesen werde ;-)
Die Rede ist vom neuen Roman von Ken Follett.


Zudem hat Bastei Lübbe mir ebenfalls die Autorenzeitung zu Ken Follett zugesandt. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Ebenfalls gefreut habe ich mich über ein Buch das ich ebenfalls ganz schnell lesen möchte und schon wirklich gespannt bin ob ich es im Rahmen meiner Diät umsetzen kann, will und werde.
Die Rede ist vom Buch von Anastasia Zampounidis, die wir alle von MTV kennen dürften und die mittlerweile ein Zuckerfreies Leben führt.


Und last but not least hatte ich günstig die Gelegenheit, meine Skulduggery Pleasant Sammlung zu erweitern um Band 4. Ich habe zwar erst den ersten Band gelesen, weiß aber, dass ich die Reihe auf jeden Fall fortführen möchte.


Gelesen habe ich in diesem Monat wie gesagt lediglich zwei Bücher, zu denen bereits eine Rezension auf dem Blog online ist. Die Rede ist von Herbstzauber in Briar Creek von Olivia Miles und Die Schlange von Essex von Sarah Perry.




Ich hoffe wirklich, wirklich, dass der nächste Monat wieder etwas besser für mich läuft, habe aufgrund der Dicke des Follett hier jedoch wenig Hoffnung leider :-( Mal sehen ob ich in meinem nahenden Urlaub etwas abschalten kann.

Freitag, 29. September 2017

Gelesen: Die Schlange von Essex von Sarah Perry



Die Schlange von Essex, Sarah Perry
Eichborn, 487 Seiten

Klappentext

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.

Meine Meinung

Danke an Bastei Lübbe, dass ich dieses Buch haben durfte :-)
Als ich den Klappentext las war ich sofort begeistert, liebe ich doch seit der Schulzeit Shakespears "The taming of a Shrew", Der Widerspenstigen Zähmung.
Und auch sonst Bücher in denen die Helding und der Held sich ordentlich fetzen, am besten auf eine hurmorvolle, sarkastische Art.
Daher war nach dem Klappentext schnell klar, "Die Schlange von Essex" musste ich lesen, auch wenn ich mich außer bei Ken Follett, selten an historische Romane wage.
Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich das Buch dann wirklich in Händen halten durfte.

Leider, leider kam die Ernüchterung für mich dann ziemlich schnell, handelt es sich bei "Die Schlange von Essex" doch nicht um den vorn mir erwarteten humorvollen historischen Roman, sondern wirklich um Literatur.
Die ersten Seiten waren für mich, die ich seit Abschluss des Abiturs im Jahr 1991 eigentlich nur noch "leichte Kost" lese, sehr schwer zu verdauen. Ich schwankte zwischen Abbrechen und einem anderen Blogger geben und mich durchzubeißen und habe mich für Letzteres entschieden. 
Mit den Seiten wurde es dann auch einfacher für mich, doch die erwartete Lektüre habe ich mit Die Schlange von Essex leider nicht erhalten.
Cora Seaborne geht nach dem Tod ihres Mannes nach Essex und lernt den Pfarrer Will Ransome und dessen Frau Stella kennen. Im Örtchen Aldwinter geht seit Jahren die Legende der Schlange von Essex herum, einem riesigen Monster aus der See, die, wie es in früheren Zeiten oftmals war, für alles verantwortlich gemacht wird, was im Örtchen passiert.
In meinen Augen ist das nicht viel. Ich kann jetzt natürlich leider auch nicht schreiben was ich alles mitgenommen habe, denn das würde zu sehr spoilern.
Allerdings muss ich sagen, dass es diese von mir heiß ersehnte Auseinandersetzung zwischen Cora und Will, leider nicht gibt :-( 
Und ich muss es zugeben, ich habe die Handlung, den Sinn und Zweck der Geschichte, leider nicht verstanden. Ich habe gelesen was passiert oder nicht passiert, aber den Sinn darin nicht gefunden :-(
Allerdings denke ich, es lag an mir. Vielleicht war ich nicht frei genug für die Geschichte, da ich ganz etwas anderes erwartet und mich darauf gefreut hatte. Das mag sein.
Jedenfalls gibt der Klappentext die Geschichte für mich leider nicht wieder. Und ich bleibe beim Mainstream.

Da ich die Geschichte zwar gelesen, aber nicht "verstanden" habe, kann ich natürlich keine Rezension im eigentlichen Sinne schreiben oder gar eine Punktebewertung vergeben. Das wäre unfair und das bin ich nicht. Das Buch wird nicht umsonst den Britischen Buchpreis für den besten Roman des Jahres 2017 erhalten haben!
Es wird Menschen geben, die Affiner sind als ich. Das Wort "Intelligenter" nutze ich bewusst nicht, da ich nicht weiß woran es lag, dass ich die Geschichte nicht verstehen und interpretieren konnte. Die Handlung für mich keinen klaren Sinn ergab, außer einem eher oberflächlichen. Ich vermute jedoch mehr dahinter. Aber ich habe mal wieder Interessen ausgelotet und dafür bin ich Sarah Perry dankbar :-)



Sonntag, 24. September 2017

Herbstzauber in Briar Creek von Olivia Miles



Herbstzauber in Briar Creek, Olivia Miles
Lyx, 367 Seiten

Klappentext

Jane kann es nicht fassen: Schlimm genug, dass ihr Exmann die Frau heiraten will, die Grund für ihre Scheidung war, nun erwarten die beiden auch noch ein Kind! Janes Welt steht endgültig Kopf, als sie plötzlich Henry Birch gegenübersteht und spürt, dass er ihr Herz nach all den Jahren immer noch zum Rasen bringt. Doch Henry ist der beste Freund ihres Exmanns. Kann es Jane wirklich wagen, auf ihr Herz zu hören?

Meine Meinung

Ich mag den Schreibstil von Olivia Miles sehr gerne und da gerade auch bei uns der Herbst Einzug hält, kam diese Lektüre gerade passend.
Im dritten band der Reihe aus der Kleinstadt Briar Creek in Vermont, geht es um Jane, die dritte Schwester im Bunde, die gerade die bittere Trennung von ihrem Mann Adam durchlebt hat, der wir ja auch bereits seit Band 1 folgen dürfen.
Das Adam die Ehe der beiden nicht sehr ernst genommen hat, das war bislang immer zu merken, aber jetzt kommt es für Jane ganz dicke. Nicht nur, dass er seine neue Freundin Kristy heiraten will, die beiden bekommen auch noch ein gemeinsames Kind!

Jane kann einem auch in diesem Band zunächst einfach nur leid tun. Nicht nur, dass ihr Traum des glücklichen Familienlebens platzt und sie lernen muss auf eigenen Füßen zu stehen, nein, jetzt scheint ihr verlogener Exmann auch noch alles zu bekommen was sie immer haben wollte.
Und dann erscheint Henry Birch wieder in Briar Creek, ein langjähriger Freund, aber eben auch der beste Freund von Adam, den es seit der Hochzeit der beiden nicht mehr in seinen Heimatort verschlagen hat. Henry ist Reiseautor und kommt in der ganzen Welt rum. Dazu hatte er einen guten Grund, seiner Vergangenheit den Rücken zu kehren, war seine kürzlich verstorbene Mutter doch die Alkoholikerin des kleinen Städtchens und damit Stadtgespräch in Briar Creek.
Schon immer mochte Henry Jane sehr gerne und am liebsten hätte er damals deren Hochzeit verhindert, dies jedoch gelassen. Jetzt schwankt er zwischen seinen Gefühlen für Jane und der Loyalität gegenüber seinem besten Freund Adam und dessen Familie, da die Mutter seines Freundes ihn und seine Schwester Ivy häufig vor deren Mutter beschützt hatte und den Zwillingen immer eine Zuflucht geboten.

Jane und ihre Tochter Sophie mochte ich schon seit dem ersten besuch in Briar Creek. Auch in diesem Band wurde sie mir noch sympathischer, konnte ich als alleinerziehende Mutter doch in gewisser Weise mit ihr mitfühlen. Und auch diesmal zeigt ihr Exmann sich wieder von seiner besten Seite.
Auch Henry ist ein Charakter den man mögen muss, hat doch auch er in seiner Kindheit viel erlebt und seinen eigenen kleinen Kampf mit dem Heimatort auszufechten. Schon seit Jahren hegt er Gefühle für Jane, traut diesen jedoch nicht.

Olivia Miles schafft es erneut mich in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Das Städtchen Briar Creek macht Lust auf mehr und lässt mich wünschen selber in ihm zu leben und auch die Bewohner des Ortes werden freundlich gezeichnet. Habe ich nicht erwähnt, dass ich schon seit Jahren auf die Gilmore Girls stehe? Und so stelle ich mir Briar Creek genau so schön und heimelig vor wie Stars Hollow.
Ihre Geschichten haben in meinen Augen mehr Substanz als z.B. die Lost in Love Reihe von Marie Force in der vergleichsweise weniger passiert und sind nicht so schrecklich patriotisch wie die Virgin River Reihe von Robyn Carr.
Beide Reihen liebe ich, aber die Briar Creek Reihe hat einen besonderen Platz in meinem Kleinstadtherzen eingenommen und ist mittlerweile mein Favorit.

Für gewohnt sehr gute Unterhaltung gebe ich volle Punktzahl, 5/5